Gottes Geist weht, wo er will und versetzt Menschen an ungewohnte Orte.
An unerwartetem und doch vertrautem Ort feiern wir alle Jahre wieder, alle Jahre neu Eucharistie: unter dem (hoffentlich) blauen Himmelszelt und dem Blätterdach des Kermeter, am Bildstock. ‚Waldes-Lust’ und ‚Gottes-Lust‘ zugleich!
Er befindet sich an einem Wanderweg nahe der Straße von Mariawald nach Wolfgarten und Gemünd. Gut kann man auf dem Parkplatz von Mariawald parken und einen Wanderweg entlang der Straße nutzen. Am Bildstock selber kann man nicht parken. Die durch den Bildstock markierte Stelle befindet sich der Überlieferung nach wohl nicht weit entfernt von der Stätte der Erstverehrung unseres Gnadenbildes von Heimbach.
Dort fing alles um 1470 sehr leise und unspektakulär an. Damit kehren wir an den Ursprung der Pilgerbewegung zurück, dem frühen Standort des Andachtsbildes von Maria Wald und dann von Heimbach. Vis-à-vis mit der Pietà, so will es die fromme Überlieferung, hielt es ein frommer spätmittelalterlicher Heimbacher Handwerker, Heinrich Fluitter, in diesem ‚Mariä Einsiedeln’ in der Eifel aus. Er betrachtete Maria, die Schmerzhafte Mutter. Ein Wald-Dom als natürliche Gnadenkapelle! Die wunderbare Schöpfung und das Spiel der Blätter in den Bäumen lassen hoffen, dass der Schöpfer mit uns noch Schöneres vorhat. Unser Halleluja wetteifert mit dem Zwitschern der Vögel. In der herrlichen Natur wollen wir die Herrlichkeit Gottes im verfliegenden Wort und unter Brot und Wein feiern.
Ja, der Bildstock ist ein geisterfüllter Ort, der die Schritte vieler Wanderer verlangsamt, zum Innehalten veranlasst und uns Vorbeigehende lautlos um ein Innehalten oder ein Ave-Maria bittet.
Mitgestaltet wird die Messe stimmungsvoll von den Jagdhornbläsern Heimbach. An diesem Pfingstmontag ist in Heimbach kein Hochamt um 11 Uhr. Kurt Josef Wecker